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Bad Rothenfelde hat als Heilbad eine lange Tradition im Osnabrücker Land. Dennoch ist der Ort vergleichsweise jung. Denn erst 1724, als am 22. September "durch Gottes Gnaden dieser Salzbrunn" erfunden wurde, formierte sich um diese Quelle ein Ort. Zunächst waren es Salzsieder und ihre Familien, die sich auf dem freien Feld rund um ihren Arbeitsplatz ansiedelten. Und so nahmen die Dinge mit dem Aufschwung des Salinenbetriebes ihren Lauf.

Der nächste Meilenstein in der Geschichte des heutigen Badeortes war 1777 die Vollendung des Alten Gradierwerks. 1824 folgte das Neue Gradierwerk und gemeinsam bilden diese historischen Denkmäler die längste Anlage Westeuropas.

Heute spazieren Bürger und Gäste um die schönen alten Bauten. Sie genießen mit tiefen Atemzügen diese frische Luft und bewundern die bizarren Versteinerungen aus Eisen, Gips und Kalkpartikelchen, die sich aus der Sole filtern. Ob winterliche Stille, diffuses Herbstlicht oder frühlingshafte Stimmung sie umgibt, Runden um die Gradierwerke sind zu jeder Jahreszeit reizvoll. An heißen Sommertagen spenden sie außerdem willkommene Kühle und belebende Frische. Doch geradezu faszinierend ist ihre Vergangenheit.

Diese Holzständerbauwerke sind eine Erfindung aus der Lombardei und eine - auch bei uns - Vorstufe der Salzsiedung. Gradierwerke sind nichts anderes als gigantische Verdunstungsanlagen mit einer ausgetüftelten Architektur und für damalige Zeiten genialen Technik. Sämtliche Rohrleitungen, Zapfhähne und Pumpenanlagen wurden aus Fichtenholz hergestellt. Ausgefüllt ist das Fachwerk mit Schwarzdornreisig, an dem tagein, tagaus Millionen von Soletröpfchen abrieseln und so der Wassergehalt in der Quellsole verdampfen kann. Im Endergebnis bleibt eine bis auf 25 % erhöhte Salzkonzentration und eine erhebliche Verkürzung der Salzsiedezeit. Auch "anno dazumal" wussten Kaufleute und Betriebsleiter "Zeit ist Geld", gerade im Umgang mit dem Weißen Gold - dem Salz.

Ja, das berühmte "Weiße Gold" hat in Bad Rothenfelde seine Spuren hinterlassen. Zunächst einmal als profanes Küchensalz, das hier bis 1969 in der Saline gewonnen wurde. Aber bereits ab 1826 gewann die Quellsole als Heilmittel mehr und mehr an Bedeutung. Daher können wir getrost die Einweihung des imposanten Badehauses, die Errichtung der Konzertmuschel, die Gestaltung des Kurparks und viele Kurhäuser als weitere Meilensteine der Geschichte betrachten.

Die Entwicklung vom Salzwerk zum Solebad ist sogar heute noch deutlich spürbar. Liebevoll erhaltene "Bäderarchitektur" erinnert noch an die Pionierzeiten in Sachen Gesundheitstourismus. Daneben präsentieren sich modernste Kliniken und ein charmanter Ortskern mit einem vielfältigen Freizeit- und Unterhaltungsangebot.

Gehen Sie unsere Meilensteine ab: beim Bummel durch den Ort, bei der Vorführung des Salzsiedens im Heimatmuseum, bei der Führung auf dem Neuen Gradierwerk oder im Demonstrationsgang des Neuen Gradierwerks.

Es ist eine spannende Geschichte!

 






























































































 

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